Die Geschichte des SVD

von 1964 bis heute

Aus der Chronik unseres Vereins

Wenn man in der Chronik des SVD blättert, kommen längst vergangene Ereignisse. wieder ins Gedächtnis und manche Episoden nötigen einem heute ein leichtes Schmunzeln ab.


Es war Anfang Oktober 1964, als Werner Danneffel die Gründung eines Schützenvereins vorschlug und es verstand, seinen Kameraden diese Idee schmackhaft zu machen. Dieser Vorschlag brachte den Stein ins Rollen, denn seit geraumer Zeit hatte man als Übungsstätten hinter dem Haus von Franz Menner, Max Danneffel und Adolf Bernhard die Schießkünste getestet. Man lud alle Schießsport-Begeisterten für den 11. Dezember 1964 ins Gasthaus "Waldhorn" in Daisendorf ein. Dazu wurden Bürgermeister Wolfgang Wegener, Gemeinderäte sowie die Vorstandschaft des Schützenvereins Bermatingen eingeladen, unter deren Anleitung sich das Programm abwickelte. Es hatten sich bereits 25 Mitglieder angemeldet, aus denen die Vorstandschaft gewählt wurde:

  • 1. Vorstand Wilhelm Riede
  • 2. Vorstand Heinz Frey
  • Schriftführer Max Danneffel
  • Kassier Werner Danneffel
  • 1. Beisitzer Dieter Markhart
  • 2. Beisitzer Gerhard Brunner
  • 3. Beisitzer Alfred Schuler
Gründungsmitglieder beim Schießen
Adolf Bernhard mit Gewehr, Werner Danneffel
im Anschlag (1963).

Beim gemütlichen Teil des Abends freute man sich über die reibungslose Abwicklung des Programms. Nachdem die Schützen längere Zeit nach einem geeigneten Ort gesucht hatten, stellte die Gemeinde einen Raum in dem ehemaligen Scheunen- und Stallgebäude des Landwirts Alfred Bernhard zur Verfügung. Dieser konnte dank unermüdlichen Einsatzes verschiedener Vereinsmitglieder innerhalb von 3 Monaten zu einem der besteingerichteten Luftgewehrstände im Schützenkreis Überlingen ausgebaut werden, dem niemand mehr den früheren Kuhstall ansah. Besonders aktiv am Ausbau des Schießstandes waren beteiligt: Werner Danneffel 280 Stunden Dieter Markhart 190 Stunden Josef Löchle 160 Stunden Walter Nebel 80 Stunden Weiter folgten ihnen mit beträchtlichem Zeitaufwand Max Danneffel, Roland Bernhard, Heinz Frey, Wilhelm Riede, Bernhard Waldvogel, Gerhard Brunner, WaIter Siebert, Willi Mayer und Alfred Löchle. Für Abbrucharbeiten stelIte Maurermeister Flach seinen Kompressor für einen Tag kostenlos zur Verfügung. Fritz Bernhard und Bernhard Waldvogel liehen ihre Zugmaschinen für anfallende Transportarbeiten aus.

Die Schießanlage wurde am 26.1.1965 ohne Beanstandungen polizeilich abgenommen. Zur feierlichen Eröffnung des Schießstandes am 6.2.1965 im Gasthaus "Waldhorn" kamen Bürgermeister Wegener, Gemeinderäte, Freunde und Gönner des Schießsports sowie sämtliche. Mitglieder. Bürgermeister Wegener gab in einer Ansprache in anerkennender Weise zum Ausdruck, daß es auch in Daisendorf nicht an Unternehmungsgeist fehle, einen Verein zu gründen, in dem jeder, der am Schießsport erfreut ist, in einer schnellebigen Zeit der Hast für sich Ruhe, Entspannung und nicht zuletzt Kameradschaft finden kann.

Schützenkeller
Gemütliche Zeit im Schützenkeller.

Nach diesem Punkt begab man sich geschlossen auf den Schießstand, wo dieser mit berechtigtem Stolz dem Bürgermeister vorgeführt wurde. Aber auch er wurde von dem Drang, ein in Entfernung stehendes Ziel zu treffen, übermannt. Das Gewehr im Anschlag, seine ruhige Hand prüfend, machte er die nicht verwunderliche Feststellung, daß es auf nur einer 10 m- Distanz nicht jedem gelingt, auf Anhieb das Zentrum zu treffen. Danach ging es zum gemütlichen Teil ins Gasthaus "Waldhorn" zurück. Der 1. Schützenball fand am 13.2.1965 im Gasthaus "Waldhorn" statt und war - aus der Sicht aller Beteiligten - ein voller Erfolg dank der "Drei Musikanten aus der Pfalz", und so begab sich mancher, von Engelsgefühlen beflügelt, schwebend auf den Heimweg.

Daß die Daisendorfer Schützen nicht nur schießen, sondern auch feiern können, zeigte sich am 21.8.1965 beim ersten Lampionfest. Bei herrlichem Sommerwetter lockten die bunten Lampions ein unerwartet großes Publikum an. Der aufgestellte Blumenschießstand erfreute jung und alt ebenso wie die Musik der Stadtkapelle Meersburg. Dieser Sommernachtsball unter dem Kastanienbaum hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck.

Zweiter Vorstand Hein Frey
Unser zweiter Vorstand Heinz Frey.

Das Reisefieber packte die Daisendorfer: Am 2. und 3. Okt.1965 machte man sich zum Vereinsausflug nach Fließ in Tirol auf. Dort nahm man im Gasthaus "Post" Quartier. Allen gefiel eine kleine Wanderung durch die Tiroler Bergwelt. Nach einem gemütlichen Abend mit einem guten Tropfen begab man sich leicht beschwingt zur Nachtruhe. Bei herrlichem Wetter traten die Schützen nach Besichtigung der bayerischen Königsschlösser am nächsten Tag die Heimfahrt an. Die Ausflugstage fanden ihren Ausklang im "Kreuz" in Mühlhofen. Die erste Generalversammlung fand am 22.1.1966 in der "Winzertrinkstube" in Meersburg statt und wurde vom 1. Vorstand Wilhelm Riede eröffnet. Als 1. Jugendwart wurde Manfred Wochner gewählt, zum Pressewart bestimmte man Dr. Karl Volz, Damenvertreterin wurde Erika Augenstein. Bürgermeister Wegener zeigte sich beeindruckt über die starke Aufwärtstrend des noch jungen Vereins und sicherte diesem die Unterstützung durch die Gemeinde zu. Der 2. Schützenball fand am 5.2.1966 im Gasthaus "Kreuz" in Mühlhofen statt. Beim Narrenbaumsetzen 1966 in Meersburg war unser Blumenschießstand für die schießhungrige Bevölkerung voll im Einsatz, denn jeder wollte ein paar Schuß riskieren. Am 30./31. Juli 1966 ging es mit dem aufbaubaren Blumenschießstand zum ersten Mal nach "Ubersee" zum Kellerfest in Staad. Wie immer wurde der Stand in Windeseile erstellt und eingeräumt, damit der Schießbetrieb aufgenommen werden konnte. An beiden Tagen war Betrieb bis in die frühen Morgenstunden.

Für das 2. Lampionfest am 6.8.1966 wurde der alte Mostkeller zum - bald schon heiß geliebten - Schützenkeller umgebaut. Dank der Arbeit einzelner Mitglieder. beim Ausbau dieser Kellerbar trug diese bald die ersten Früchte. Am Trainingsabend des 28.10.1966 ereignete sich ein folgenschwerer Unfall, unser Kamerad Dieter Markhart wurde durch ein Geschoß am rechten Knie schwer verletzt. Nur kurze Zeit später, am 6.11.1966, erreichte uns die traurige Nachricht, daß unser Schützenbrüder Lois de Zolt in seiner Heimat Südtirol durch einen Erdrutsch ums Leben gekommen war. Der Jahreswechsel 1966/67 fand deshalb in gedämpfter Atmosphäre im Schützenkeller statt. Beim 3. Lampionfest am 22.7.67 machte uns der Wettergott einen dicken Strich durch die Rechnung, dafür schlug die Stimmung im Schützenkeller unter den Klängen des Akkordeonsolisten Kar! Bürgermeister umso höhere Wellen. Zum Jahr 1967 ist noch zu erwähnen, daß Manfred Wochner und Werner Danneffel für vereinsfördernde Tätigkeit vom Landesvorstand mit der Südbadischen Ehrennadel ausgezeichnet wurden.

Schützin am Stand
Schützin am Stand (1968).

Das beliebte Lampionfest am 15. Juni 1968 wurde mit viel Mühe und Fleiß vorbereitet, doch wie im Vorjahr fiel es im wahrsten Sinn des Wortes "ins Wasser". Als einziger Trost blieb uns eben nur noch unser bewährter Schützenkeller, der aber, bis auf den letzten Platz besetzt, das Stimmungsbarometer bald wieder steigen ließ. Noch waren wir Optimisten und starteten erneut am 3. August 68 das Lampionfest - wieder ein kompletter Reinfall, über den uns nur der Aufenthalt im Schützenkeller hinwegtrösten konnte. Die Daisendorfer Bauern hatten inzwischen erkannt, daß das Lampionfest ein Wetterbarometer war - Lampionfest = Regen! Danach konnten sie die Feldtätigkeit einrichten. Tapfer unternahmen wir am 4. August 1968 einen erneuten Anlauf, unser Lampionfest über die Bühne zu bringen. Obwohl es windig und kühl war, brachte die Kapelle mit heißer Musik Schwung ins Publikum. Dazu trugen auch unsere Attraktionen, wie Bier vom Faß, heiße Würstchen, Weinangel, Nagelstand, Haut-den-Lukas und der Blumenschießstand bei. So konnten alt und jung eine aufwärmende Beschäftigung finden, wobei sich viele so wohl fühlten, daß sie bis zum Morgengrauen durchhielten. Im Verlauf der 4. Generalversammlung am 10. Mai 1969 im Schützenkeller wurde eine Gedenkminute für unseren verstorbenen Schützenbruder Manfred Wochner abgehalten. Nach Entlastung der Vorstandschaft erfolgten die Neuwahlen, die auf dem Posten des 1. Vorstandes Norbert Wähner, als 2. Vorstand Helmut Zepf sahen. Kassier blieb weiterhin Werner Danneffel, den Posten einer Schriftführerin übernahm Ursula Will.

Im Laufe dieser Versammlung wurde über den Grundstückskauf für das geplante Schützenhaus auf dem "Hinteren Fehrenberg" mit 38 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung positiv entschieden. Pfingsten 1969 machten sich unsere Schützen auf Schusters Rappen zu einer Wanderung auf. Die erste "Tankstelle" war die Kiesgrube, in der kräftig mit Hilfe der "Zapf-Droschke" aufgetankt wurde. Frisch gestärkt ging es weiter nach Baitenhausen, am Abend traf man sich noch zu einem gemütlichen Beisammensein im Schützenverein.

Den Startschuß in närrische Tage gab am.30. Januar 1970 der Schützenverein im renovierten Schützenkeller! Ein nicht zugedrehter Wasserhahn hatte bei Tauwetter den Keller unter Wasser gesetzt und nur dem Eingreifen einiger Schützenbrüder war es zu verdanken, daß das Fest nicht "ins Wasser fiel".

Ein denkwürdiger Tag war der 11. Dezember 1969 - genau 5 Jahre nach der Vereinsgründung - als der Grundstückskauf für das geplante Schützenhaus verwirklicht wurde. Dem Kauf war eine lange Suche nach einem geeigneten Gelände vorausgegangen. So war man dankbar, als Max Danneffel sen. das 4.863 qm große Grundstück zum qm-Preis von DM 3 nach langem Zureden seiner Söhne Max und Werner an den Schützenverein verkaufte.

Bagger bei Baubeginn
Baubeginn des neuen Schützenhauses (1973).

Um den Bau des neuen Schützenhauses entbrannte bei der Generalversammlung am 4. März 1972 eine heftige Diskussion, in deren Verlauf Bezirksschützenmeister Max Müller und Bürgermeister Wegener die Ansicht vertraten, daß ein Schützenhaus - verbunden mit Gaststättenbetrieb und einer Kegelbahn - nicht genehmigt werde. Nun begann man, ein entsprechend kleineres Projekt zu planen. Ferner wurde beschlossen, daß jedes Vereinsmitglied innerhalb der Bauzeit pro Jahr 10 Arbeitsstunden ableisten oder pro Arbeitsstunde DM 6 zu entrichten hatte, ausgenommen Jugendliche und weibliche Mitglieder. Nach einer langen Vorbereitungsphase kam am 19. Mai 1973 die große Stunde: um 5.30 Uhr wurde der erste Spatenstich für den Schützenhausneubau vorgenommen. Tatkräftige Männer stellten sich ein, um Wasser- sowie Abwasserleitungen, Telefon- und Stromkabel zu verlegen. Im Rahmen der Generalversammlung am 16. März 1974 gab der Bauführer am Neubau, Dieter Markhart, einen kurzen Bautenstandsbericht. Er dankte allen Helfern, ca. 60 an der Zahl, die sich im Laufe der Zeit an der Arbeit beteiligt hatten und ganz besonders der kleinen Gruppe Unentwegter, die fast jeden Samstag zur Arbeit erschienen waren.

Im Frühjahr 1975 wurden letzte Anstrengungen unternommen, damit das neue Schützenhaus zur Teileröffnung am 1. Mai fertig eingerichtet war. Bei strahlendem Frühlingswetter strömten die Gäste scharenweise in die Schießanlage, dort wurden sie von den Mühlhofener Oberkrainern mit flotter Musik unterhalten.

Wanderpokalsieger
LG Wanderpokalsieger in Bermatingen (1972).

Die Freude über den Neubau währte nicht lange: Diebe suchten in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai das Vereinshaus heim und stahlen, was nicht niet- und nagelfest war. Dabei richteten sie erheblichen Sachschaden in Höhe von ca. 8.000 DM an. Am gleichen Tag schwärmten die Schützen aus, um die Langfinger zu suchen. Nach kurzer Zeit konnten die Übeltäter in einer Bermatinger Gaststätte gefunden werden. Leider reichte das Beweismaterial für die Polizei noch nicht aus und so konnten sie ein Jahr später ihr schändliches Werk wiederholen. Erst nach 2 Jahren .reichten die Beweise aus und die Diebe wurden vom Amtsgericht Überlingen zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt. Dank des uneigennützigen Arbeitseinsatzes vieler Mitglieder und Freunde des Vereins konnte an einem landschaftlich reizvollen Platz ein optimaler Schießstand mit Schützenhaus erstellt werden. Damit wurde Daisendorf zu einer Schützenhochburg am Bodensee. Vom 1. Spatenstich im Mai 1973 bis zur Eröffnung des Schützenhauses mit Gaststätte und Luftgewehrschießstand im Mai 1975 wurden rund 8.500 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Beim Bau der Gewehr- und Pistolenstände in den Jahren 1979 - 1982 wurden ca. 7.800 Arbeitsstunden aufgewendet.

Wanderpokalsieger
Wanderpokalsieger (1975).

Besonders viele Stunden für den Bau der Gesamtanlage leisteten folgende Mitglieder und Helfer: Herbert Abfall, Kar! Otto Baiker, Bruno Berner,Ulrich Bernhard, Fritz Böhler, Werner Bohorc, Günter Borle, Leo Brugger, Werner Danneffel, Fridolin Deifel, Wilhelm Drössel, Hubert Ehrlinspiel, Reinhard Flach, Alfred Fuchs, Franz Geiger, Thomas Geiger, Hans Häusler, Andreas Heiler, Robert Heiler, Manfred Horn, Edwin Herter, Roland Hipp, Rudolf Högner, Stefan Lang, Frank Lesiecki, August Lendle, Alfred Löchle, Josef Löchle, Willi Maier, Dieter Markhart, Peter Markhart, Helmut Menner, Jürgen Michallik, Herbert Pfau, Andreas Peukert, Alfons Rimpler, Harald Rimpler, Jürgen Rößler, Fritz Schaubrenner, Robert Schley, Alfred Schul er, Günter Schluszas, Hans Stutz, Albin Thum, Michael Tullo, Nicolaus Tullo, Heinz Waibel, Hubert Warnkönig, Heinz Wolf. Unser Dank gilt auch all jenen, die hier nicht namentlich erwähnt sind. Am 1. Mai 1977 wurde die Gaststätte "Schützenhaus" an unseren Schützenbruder Dieter Markhart für 10 Jahre verpachtet.

Nach den Ferien geschah am Samstag, dem 15. September 1979 eine kleine Sensation, es wurde endlich weitergebaut. In einem Tag konnten, dank tatkräftiger Mithilfe einiger Schützen, die gesamten Fundamente für die Wände des Gewehrstandes ausgehoben und betoniert werden. Beim Rückblick auf das Jahr 1979 konnte man feststellen, daß durch den eifrigen Einsatz einiger Mitglieder - allen voran Helmut Menner und Alfred Löchle -' sowie der Freunde und Gönner des Vereins, ein großer Schritt vorwärts beim Bau des Schießstandes gemacht worden war. 1980 wurde Heinz Drewing für besondere Verdienste als Ehrenmitglied in den Schützenverein aufgenommen.

In der letzten Sitzung des Jahres 1980 waren sich alle Vorstandsmitglieder einig, daß im Jahr 1981 mit der gesamten Fertigstellung der Schießanlage gerechnet werden könnte. Dank einiger unermüdlicher Helfer konnten bis zum Jahresende sämtliche Blenden fertiggestellt werden. Besonders zu verdanken ist dieser Erfolg den Schützenbrüdern Edwin Herter und Alfred Löchle. Bei der Kreisversammlung am 16.1.1981 wurden folgende Schützen für besondere Leistungen vom Südbadischen Sportschützenbund ausgezeichnet: Werner Danneffel Ehrennadel klein Gold Alfred Löchle Ehrennadel klein Silber Franz Geiger Ehrennadel klein Silber Ulrich Bernhard Ehrennadel klein Silber

Am 19. September 1981 wurden Schopf und Pistolenstand unter Aufsicht unseres 1. Vorstandes, Franz Geiger, aufgerichtet. Der ganze Tag war vom Wettergott nicht gesegnet, denn Petrus ließ es ab und zu tröpfeln; einige unverdrossene, wetterharte Schützen hielten jedoch tapfer den ganzen Tag durch. Am 10.4.1982 bereitete sich der Schützenverein Daisendorf selbst ein schönes Ostergeschenk und nahm zum Frühlingsbeginn seine nunmehr komplette Schießanlage in Betrieb. Im Verlauf der Generalversammlung im April 1982 betonte Bürgermeister Wolfgang Wegener, daß die Gemeinde Daisendorf den Schützenverein mit 12.000 DM unterstützen würde. Seit 1983 spielen 50 Daisendorfer Schützen Lotto. Vom Gewinn wird jedes Jahr das Lotto-Fest veranstaltet, der Rest wandert in die Vereinskasse.

Gruppenfoto beim Vereinsausflug
Vereinsausflug im Bayrischen Wald (1976).

Am 10.2.1983 mußten wir von unserem Vereins- und ehemaligen Vorstandsmitglied, Revierförster Ernst Willibald, Abschied nehmen, der im Alter von 63 Jahren verstarb. Am 13.6.1983 verloren wir durch einen tragischen Unfall im 55. Lebensjahr unseren beliebten Schützenbruder Willi Kumm. Ganz besondere Gäste beherbergte die Gemeinde Daisendorf in der Zeit vom 28.7. - 6.8.1984. 28 junge Sportschützen aus Südfrankreich und Südbaden nahmen an einem auf unserer Schießanlage stattfindenden deutsch-französischen Jugendseminar teil. Mit "Auf Wiedersehen in Frankreich" verabschiedete man sich von den deutschen Gastgebern. Dieser Einladung konnten unsere Schützen am 12.10.1984 mit einem Besuch im Schüzenhaus von Bourg-les-Valence Folge leisten und dort mit ihren französischen Schützenbrüdern einen Freundschaftswettkampf austragen. Zum 20. Geburtstag des Schützenvereins trafen sich die noch zum Verein gehörenden Gründungsmitglieder zu einem geselligen Beisammensein im Schützenhaus. An Gesprächsstoff fehlte es an diesem Abend selbstverständlich nicht, da zum Auffrischen alter Erinnerungen jeder der Anwesenden etwas beizusteuern hatte. Zu den Höhepunkten dieses Treffens gehörte die Ehrung der Gründungsmitglieder.

Gruppenfoto im Salzbergwerk
Ausflug ins Salzbergwerk Berchtesgaden (1979).

Anläßlich der Fertigstellung der Schießanlage und des 20jährigen Bestehens. des Schützenvereins fand vom 16.8. - 18.8.1985 ein Preis- und Talerschießen statt. Im Rahmen einer Feierstunde wurden unsere Mitglieder Helmut Menner mit der kleinen Verdienstmedaille in Gold, Edwin Herter, Franz Keller und Hubert Warnkönig mit der kleinen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Aus der Hand von Bürgermeister Wolfgang Wegener erhielt der 1. Vorstand Franz Geiger ein Geldgeschenk und Werner Danneffel wurde mit der Heimatmedaille der Gemeinde Daisendorf für seine Leistungen im Verein geehrt. Im Mai 1987 fand in der Gaststätte "Schützenhaus" ein Pächterwechsel statt. Sie wird nun von Waltraud und Gino Macchia geführt. Am Donnerstag, dem 20. August 1987, sendete das deutsche Fernsehen im Programm Südwest 3 in der Sendung "Sport unter der Lupe" eine Reportage über den Schützenverein mit seiner Schießanlage, insbesondere über das Armbrustschießen. Am 17.5.1988 wurde ein lang gehegter Wunsch von Werner Danneffel Realität: Ein von Hubert Warnköng und seinen Helfern in mühevoller Arbeit umgebauter Wohnwagen konnte als 2. Blumenschießstand in Einsatz gebracht werden.

Als Ausgleichssport für das anstrengende Schießen wurden die Daisendorfer Schützen von Werner Danneffel unter seine Obstbäume geschickt, um Äpfel aufzulesen. Danach ging es "Zum letzten Heller" zum Mosten. Das Ergebnis war ein wunderbarer Bio-Most von ungespritzten Äpfeln,der im Schützenkeller ausgeschenkt wird. Es gibt schon einige Mostsüchtige, Mostorden werden noch verteilt. Im Jahr 1988 wurde der Plan gefaßt, einen Bogenschießstand auf dem Gelände der Gemeinde Daisendorf neben dem Schießstand einzurichten. Am 7.9.1988 gab der Schießsachverständige sein Gutachten hierüber ab, auch die Gemeinde Daisendorf genehmigte das Vorhaben. Dieses wurde 1989 realisiert und am 17.6.1989 wurde der Bogenschießstand seiner Bestimmung übergeben. Am Nikolaustag 1988 bekam die Schützenfamilie unerwarteten Nachwuchs, Christa Mühlbauer fand im Ventilator des Schützenkellers einen schwarzen Kater, den wir "Nicki" tauften. Mittlerweile macht er sich als Mäusefänger sehr nützlich.

Abschließend kann der Chronist vermelden, daß seit 1984 ein starker Aufwärtstrend zu verzeichnen ist, die Mitgliederzahl stieg um das Doppelte auf 403 an, der Schuldenberg konnte um die Hälfte reduziert werden.

Diese positive Bilanz verdanken wir in erster Linie dem selbstlosen Einsatz derjenigen Mitglieder, die stets bereit waren, ihr Bestes zu geben. Wir wünschen uns, daß die Aufwärtsentwicklung in Zukunft anhält.

Anekdoten zum Bau

Zum Bau des neuen Schützenhauses zwei kleine Episoden am Rande, die zeigen, mit welchem Elan und welcher Begeisterung die damaligen Mitglieder bei der Sache waren und keine Mühe scheuten, um dem Verein zu helfen.


1977 hörte der damalige 1. Vorsitzende Alfons Rimpler, daß eine Fertighausfirma in Kressbronn in Konkurs gegangen war. Sofort stand fest, da müssen wir hin, um aus der Konkursmasse eventuell Fertighauswände zu ergattern, die beim Schützenhausbau verwendet werden sollten. Es mußte schnell gehandelt werden, um noch brauchbares und gutes Material zu bekommen, und so kam es, daß Alfons ausgerechnet am Tag seiner Silbernen Hochzeit mit einigen anderen nach Kressbronn fuhr, um anderen Interessenten zuvorzukommen.

Dort wurde lange angeschaut und verhandelt, und als man sich dann - leider ohne Erfolg - auf den Heimweg machte, war es für die Silberhochzeitsfeier schon viel zu spät. Alfons wollte es noch wieder gutmachen und kaufte beim Wegener 25 rote Rosen, aber dem Vernehmen nach hat dies bei seiner Frau nichts mehr genützt, was man verstehen kann.

Auch dies hat er uns erzählt: Als der Bau schon fertig war, es aber noch keine Alarmanlage gab, wurde eingebrochen und einiges mitgenommen. Um einen weiteren Einbruch zu verhindern, wurde täglich Nachtwache im Schützenhaus gehalten und im Büro, mit einem dicken Knüppel bewaffnet, geschlafen. Dies machten die Mitglieder reihum eine ganze Zeit, bis die Alarmanlage installiert war